"Garant für Vertretung der Bürgerinteressen"

Partei will Politikverdrossenheit entgegenwirken -
Kampfabstimmung um Platz 15

Landkreis, (hw) In einer insgesamt reibungslosen Versammlung kürten die 74 Delegierten aus den SPD-Orts vereinen im Landkreis Regensburg am Samstag im Rathauscafe die Kandidaten für die Kreistagswahl 2008. In zahlreichen Sitzungen und Vorgesprächen hatte der Kreisvorstand um Landratskandidat Sepp Weitzer eine Liste aus 24 Kandidatinnen und 46 Kandidaten zusammengestellt, die mit kleineren Änderungen fast einmütig von den Delegierten gebilligt wurden. Kampfabstimmungen gab es lediglich um zwei Listenplätze.

In seiner Begrüßung betonte Kreisvorsitzender Rainer Hummel, dass die SPD mit ihrer schlagkräftigen Liste ein Garant für die Vertretung der Bürgerinteressen darstelle. Im Gegensatz zur CSU, die sich vorwiegend mit persönlichen Machtinteressen beschäftige, stehe bei der SPD der Mannschaftsgeist im Vordergrund. Ähnlich äußerte sich auch Unterbezirksvorsitzender Joachim Wolbergs in seinem Grußwort. Er hob hervor, dass die SPD angesichts der "widerlichen" Querelen in der CSU doppelte Arbeit leisten müsse. Neben der Werbung für ihre Ziele, müsse sie auch der allgemeinen Politikverdrossenheit entgegenwirken. SPD-Bezirksvorsitzender Franz Schindler dankte den amtierenden Kreisräten für ihre Arbeit und forderte die anwesenden SPD-Mitglieder auf, angesichts des aktuellen Postengeschachers bei der CSU im Land und speziell auch in Regensburg die politischen Inhalte hervorzuheben.


Bericht aus der Kreistagsarbeit

Vor dem eigentlichen Nominierungsverfahren gab der Vorsitzende der Kreistagsfraktion und Landratskandidat Sepp Weitzer einen kleinen Abriss über die Arbeitsschwerpunkte der zurückliegenden Jahre. Dabei zeigte er sich erfreut, dass die bereits 1996 vom damaligen Landratskandidaten Bruno Wilhelm angestoßene bessere Förderung der Wirtschaft im Landkreis endlich Früchte getragen habe. Es sei letztlich dem unermüdlichen Einsatz der SPD-Kreistagsfraktion zu verdanken, dass es im Landratsamt nun ein "Amt für Wirtschaftsförderung" gebe. Das Ziel der Landkreis-SPD sei es gewesen, Arbeitsplätze auch außerhalb des "Speckgürtels von Regensburg zu schaffen und zu erhalten", führte Weitzer aus.

Breiten Raum habe in der Vergangenheit auch die Schulpolitik eingenommen. Nachdem man von SPD-Seite aus bereits vor einem Jahrzehnt den "bedarfsgerechten Ausbau des Gymnasiums Neutraubling" gefordert habe, sei dies nun einigermaßen erfolgt. Allerdings wären die in der Übergangszeit aufgestellten Schulcontainer nach Auffassung der SPD-Kreisratsfraktion noch einige Jahre dringend erforderlich gewesen. Leider sei der Landrat nicht bereits gewesen, die nötigen 50.000 Euro jährlich auszugeben, stellte Weitzer fest. So müsse man im Gymnasium bis zum Rückgang der Schülerzahlen wieder Fachräume als Klassenzimmer nutzen und mit großen Klassenleben


Akzeptable Lösung

Als Verdienst der SPD-Politiker in der Stadt und im Landkreis wertete Weitzer die Einigung beim Streit um die neue Realschule. Nachdem die CSU-Regierung mit der überhasteten Einführung der R 6 an den bestehenden Realschulen ein Chaos angerichtet hatte, sei mit dem mittlerweile begonnenen Bau der Schule in Obertraubling eine für den Landkreis und die Stadt Regensburg akzeptable Lösung erzielt worden. Vorreiter für diese "regionale Lösung" seien hierbei die Kreis- und Stadträte der SPD gewesen. Zum Thema Kreiskrankenhaus Hemau stellte Weitzer klar, dass die SPD der derzeitigen Lösung mit einem Pflegeheim letztlich zugestimmt habe, um wenigstens einen Teil der Arbeitsplätze zu erhalten. Damit habe man zwar eine Konkurrenz zum bereits bestehenden AWO-Heim schlucken müssen, die favorisierte ambulante Klinik sei aber leider nicht mehrheitsfähig gewesen.

Abschließend rief der Landratskandidat die anwesenden kommunalen Mandatsträger auf, der von der CSU ausgelösten Politikverdrossenheit mit engagierter Arbeit und Einigkeit entgegenzutreten. Aus diesem Grunde habe man im Kreisvorstand lange diskutiert und eine aus bewährten und neuen Kandidaten bestehende und regional ausgewogene Liste aufgestellt. Für die tatkräftige Unterstützung bei dieser Arbeit und im Kreistag bedankte er sich vor allem bei Anne Maria Förstner und Martin Auer. Während die überwiegende Mehrheit der Listenplätze in der vom Kreisvorstand vorgegebenen Reihung ohne Aussprache angenommen wurde, kam es um Platz 15 zu einer Kampfkandidatur.

Der 19-jährige Juso-Kreisvorsitzende Robert Koch beklagte, dass mit seinem 29. Platz der Jugend in der SPD nicht genügend Rechnung getragen werde. Unterstützt wurde seine Forderung von Jusomitglied Fabian Michl. Landratskandidat Sepp Weitzer verwies darauf, dass auf der SPD-Kreistagsliste zahlreiche junge Bewerberinnen und Bewerber vertreten seien und bat die Delegierten um Unterstützung für den Donaustaufer SPD-Vorsitzenden Jürgen Sommer. In der anschließend geheim durchgeführten Abstimmung vertierten schließlich 56 Delegierte für Sommer. In einer weiteren Kampfabstimmung konnte Karl Specht aus Schierling seinen Listenplatz ebenfalls verteidigen.
 
Die Listenkandidaten

Nachstehend nun die Kandidatinnen und Kandidaten im Einzelnen:
  1. Weitzer Josef,
  2. Simm Erika MdB a.D.,
  3. Hummel Rainer,
  4. Rappl Barbara,
  5. Wahnschaffe Jochen MdL,
  6. Kuntze Renate,
  7. Dechant Hans,
  8. Siedentop Astrid,
  9. Thaier Georg,
10. Weiherer-Griesbeck Petra,
11. Raba Gerhard,
12. Wesselsky Olga                 Tegernheim,
13. Böhringer Siegfried,
14. Wolf Paula,
15. Sommer Jürgen,
16. Drallmer Gabriele,
17. Hartl Helmuth,
18. Krangemann Annemarie,
19. Kröninger Franz,
20. Melzer Madlen,
21. Sölner Karl,
22. Mayer Marianne,
23. Hirschmann Meinrad         Tegernheim,
24. Walter Isabella,
25. Königsberger Stefan,
26. Hildebrand Ursula,
27. Mirwald Thomas,
28. Ruff-Spangler Isabella,
29. Koch Sebastian,
30. Dr. Lorenz Waltraud,
31. Wiegand Fred,
32. Ranner Traudl,
33. Konz Peter,
34. Donauer Rosa,
35. Specht Karl,
36. Unterholzner Nina,
37. Kral Robert,
38. Ritt-Frank Angelika,
39. Michl Fabian,
40. Pschibilla Heidi,
41. Lui Sandro,
42. Wilpert Gabi,
43. Harti Udo,
44. Lutz Petra,
45. Rettberg Jürgen,
46. Eichert Renate,
47. Krüger Eberhard,
48. Kerl Manfred,
49. Rempter Peter                    Tegernheim,
50. Seßbrügger Thomas,
51. Buchner Armin,
52. Wöhrl Otto,
53. Festner Johann,
54. Heimberger Helmut,
55. Huber Harald,
56. Hasenbank Werner,
57. Wittmann Hubert,
58. Neumann Hans,
59. Schmidmeister Josef,
60. Engl Christian,
61. Lehrer Albert,
62. Bunk Siegbert junior,
63. Semmbach Thomas,
64. Nichtewitz Werner,
65. Auer Florian,
66. Mayer Elenore,
67. Till Karl-Heinz,
68. Peter Reinhard                   Tegernheim,
69. Ganselmeier Josef,
70. Lichtenegger Reinhard.


(Bericht der Donau-Post vom 23. Juli 2007)

Die erstplatzierten Kreistagskandidatinnen und -kandidaten (von links):
Olga Wesselsky, Hans Dechant, Barbara Rappl, Jochen Wahnschaffe,
Petra Weiherer-Griesbeck, Renate Kuntze, Georg Thaler, Astrid Siedentop,
Sepp Weitzer, Erika Simm, Rainer Hummel, und UB-Vorsitzender Wolbergs.

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